Knie · Operation
Vordere Kreuzbandplastik – Kreuzband-OP
Das vordere Kreuzband ist ein wichtiger Bandapparat im Kniegelenk und sorgt für dessen Stabilität beim Gehen, Laufen und Sport. Es verhindert das übermäßige Vorschieben des Unterschenkels nach vorne und kontrolliert die Rotationsbewegungen im Knie.
Operierter Bereich
Ein Riss des vorderen Kreuzbandes entsteht meist bei sportlichen Aktivitäten, insbesondere bei plötzlichen Richtungswechseln, Landungen nach einem Sprung, abruptem Abbremsen oder durch einen direkten Stoß gegen das Knie. Typische Symptome sind Schmerzen, Schwellung und ein Gefühl der Instabilität im Knie.
Ablauf der Behandlung
Vor der OP
In der Sprechstunde erfolgt zunächst eine klinische Untersuchung des Kniegelenkes. Anschließend werden Ihnen die Aufnahmen der durchgeführten Röntgen- und MRT-Untersuchungen präsentiert und das Krankheitsbild ausführlich erläutert. Danach wird gemeinsam mit Ihnen ein Operationstermin festgelegt. Die operative Aufklärung wird ebenfalls direkt in der Sprechstunde durchgeführt. Abschließend wird der postoperative Verlauf erklärt und feste Termine für die Nachbehandlung vereinbart.
Die Operation
Der operative Eingriff dauert etwa 40-60 Minuten und wird ambulant im Krankenhaus Lichtenstein durchgeführt. Die Operation erfolgt entweder in Regionalanästhesie oder in Vollnarkose. Der Patient wird in Rückenlage positioniert, das betroffene Bein in einem Beinhalter fixiert. Am Oberschenkel wird eine pneumatische Manschette angelegt; die dadurch erzeugte temporäre Blutleere ermöglicht eine bessere Sicht im Kniegelenk.
Über einen etwa 0,5 cm großen Zugang wird die Arthroskopiekamera eingeführt und das Gelenk mit steriler Kochsalzlösung gefüllt. Im Anschluss erfolgt ein diagnostischer Rundgang zur Beurteilung aller relevanten Strukturen. Für die operativen Instrumente wird ein zweiter Zugang eingerichtet.
Bei der Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes wird häufig die körpereigene Semitendinosussehne verwendet. Diese Sehne wird schonend entnommen und ersetzt das gerissene Kreuzband, um die Stabilität des Kniegelenks wiederherzustellen.
Nach der OP
Unmittelbar nach der Operation wird eine Knie-Orthese angelegt. Anschließend erfolgt die Überwachung der Patienten im Aufwachraum und danach auf der Zentralen Aufnahmestation (ZAS). Bei stabilen Kreislaufverhältnissen können die Patienten in der Regel gegen 16 Uhr entlassen werden. Am Folgetag findet die postoperative Kontrolle in der Sprechstunde der Praxis statt.
Postoperativ erhalten die Patienten eine Thromboembolieprophylaxe sowie eine bedarfsorientierte Schmerztherapie. Für zu Hause wird eine CPM-Bewegungsschiene organisiert, mit der die verordneten passiven Bewegungsübungen mehrmals täglich selbstständig durchgeführt werden können.
Risiken
Aufgrund der Minimalinvasivität sind die Risiken sehr gering. Die möglichen Komplikationen sind Infektionen der Wunde, Thrombose, Nachblutungen sowie Vernarbungen (Arthrofibrose), die zu Bewegungseinschränkungen führen können.
Prognose
Die Prognose ist generell sehr gut.
Ihr Weg: von der Sprechstunde zurück in den Alltag
- VorabSprechstunde & Aufklärung
Untersuchung, Besprechung der Röntgen- und MRT-Bilder, OP-Termin und Aufklärung – und feste Termine für die Nachbehandlung.
- OP-TagOperation & Entlassung
Überwachung im Aufwachraum und auf der Aufnahmestation; bei stabilem Kreislauf Entlassung meist gegen 16 Uhr.
- Tag 1Kontrolle in der Praxis
Die erste Kontrolle nach der Operation erfolgt am Folgetag in der Sprechstunde.
- Zu HauseBewegungsschiene & Physiotherapie
Eine CPM-Bewegungsschiene wird organisiert – für passive Bewegungsübungen mehrmals täglich.
Der individuelle Verlauf kann abweichen – den genauen Nachbehandlungsplan besprechen wir persönlich mit Ihnen.
Fragen zur Operation?
In der Sprechstunde besprechen wir Ihre Befunde und ob eine Operation für Sie sinnvoll ist.